
The Hidden History of Bryggen: Secrets Behind Bergen’s Iconic Wharf
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Woran denkst du, wenn du an typisch norwegisches Essen denkst? Wahrscheinlich an Lachs mit Kartoffeln, vielleicht auch an Zimtschnecken oder an eine dampfende Fischsuppe nach einer Wanderung durch die Fjorde. Damit liegst du gar nicht so falsch. Doch die moderne norwegische Küche hat deutlich mehr zu bieten als nur Fisch und Kartoffeln.
Norwegen überrascht viele Besucher kulinarisch. Denn zwischen traditionellen Gerichten, Tiefkühlpizza, Taco-Freitag und Kaffeeleidenschaft entsteht eine Essenskultur, die gleichzeitig international und ziemlich eigen ist.
Die norwegische Küche wurde jahrhundertelang vom Klima geprägt. Lange Winter, kurze Sommer und die Nähe zum Meer bestimmten, was auf den Teller kam. Deshalb spielen Fisch, Lamm und Kartoffeln bis heute eine zentrale Rolle. Vor allem Fisch ist in Norwegen mehr als nur ein Exportprodukt. Kabeljau, Lachs, Makrele oder Hering gehören traditionell zur Alltagsküche. Auch Lamm hat einen besonderen Stellenwert. Besonders im Herbst kommen Gerichte wie Fårikål auf den Tisch. Ein einfacher Eintopf aus Lamm und Kohl, der sogar als norwegisches Nationalgericht gilt. Und dann wären da natürlich die Kartoffeln. Sie sind die klassische Beilage zu fast allem und gehören zur traditionellen Küche wie die Fjorde zur Landschaft.
Grandiosa
Die wohl bekannteste Tiefkühlpizza Skandinaviens heißt Grandiosa. Fast jeder Norweger ist mit ihr aufgewachsen und sie gehört bis heute zu den meistverkauften Produkten des Landes. Besonders auf Studentenpartys oder am Sonntagabend landet sie regelmäßig im Ofen. Ich habe schon so manchen Hamsterkauf beobachtet, wenn Grandiosa im Angebot war.
Taco-Freitag ist heilig
Mindestens genauso wichtig: Der berühmte Taco-Freitag. Jeden Freitag essen unzählige norwegische Familien Tacos. Das klingt erst einmal seltsam, gehört aber längst fest zur norwegischen Alltagskultur. Im Supermarkt gibt es ganze Regalreihen voller Taco-Zutaten und freitagabends riechen viele Wohnungen nach Hackfleisch und Gewürzmischung. Für einige meiner Freunde gleicht der Taco-Freitag einem beinahe religiösen Ritual.
Hotdogs, Waffeln und Brunost
Norweger lieben außerdem Hotdogs. Ob an Tankstellen, nach Wanderungen oder beim Kindergeburtstag, Würstchen gehören einfach dazu. Einer der besten Hotdog-Stände der Stadt ist der sog. 3-Kroner. Er ist gleichermaßen beliebt bei Einheimischen wie Touristen und ein echtes Bergener Urgestein, dass seit 80 Jahren Hotdogs an die Bergener verkauft.
Und dann gibt es noch die norwegischen Waffeln. Sie sind weicher und dünner als belgische Waffeln und werden oft mit Marmelade, Sauerrahm oder dem typisch norwegischen Brunost serviert. Möchte man eine solche Waffel mit Brunost genießen, kann man dies entweder im Café Kaff in Bryggen oder im Skg.Vinkafé in der Nähe von Bryggen tun. Beide Cafés sind Inhabergeführt und haben neben Waffeln auch guten Kaffee und Gebäck im Angebot. Brunost bedeutet übersetzt „Braunkäse“, hat aber geschmacklich eher etwas von karamellisierter Milch. Für viele Besucher ist er entweder Liebe auf den ersten Biss oder ein kleines kulinarisches Trauma. Ich habe mich schnell mit Brunost angefreundet und essen ihn inzwischen fast jeden Tag.
Kaffee ist praktisch Nationalsport
Was viele ebenfalls unterschätzen: Norwegen gehört zu den Ländern mit dem höchsten Kaffeekonsum der Welt. Cafés sind überall voll, und guter Kaffee gehört längst zur modernen norwegischen Identität. Selten sieht man einen Norweger ohne Kaffeetasse oder Togo Becher. Besonders in Bergen gibt es eine starke Café-Kultur mit kleinen, gemütlichen Orten, an denen man stundenlang sitzen könnte. Eines dieser kleinen gemütlichen Cafés ist Det Lille Kaffekompaniet, direkt hinter der Talstation der Fløibanen.
Kommen wir zur wahrscheinlich häufigsten Frage aller Reisenden: Warum ist Essen in Norwegen eigentlich so teuer? Die kurze Antwort: Hohe Löhne, hohe Steuern und teure Importe.
Wer in Norwegen essen geht, merkt schnell den Unterschied zu Deutschland. Für ein Hauptgericht im Restaurant zahlt man oft zwischen 20 und 40 Euro, in gehobenen Restaurants deutlich mehr. Auch ein einfaches Bier kann schnell 10-15 Euro kosten. Selbst der gemütliche Cafébesuch hat seinen Preis. Ein Cappuccino kostet häufig zwischen 4 und 6 Euro, dazu vielleicht noch eine Zimtschnecke und plötzlich ist man bei einem kleinen Mittagessen angekommen. Auch die Supermärkte sind deutlich teurer als in Deutschland. Besonders Alkohol, Fleisch und importierte Produkte treiben den Preis nach oben. Und importiert werden muss in einem Land mit wenig Ackerland und langen Wintern viel.
Mein persönliches Lieblingsessen in Norwegen ist die berühmte norwegische Zimtschnecke. In Bergen nennt man sie nicht Zimtschnecke, sondern Skillingsboller. Das geht auf den alten Preis eines Schilling zurück. Die Bergener Zimtschnecke hat neben dem Namen noch eine weitere Besonderheit: Sie wird gerollt und nicht gedreht wie im Rest des Landes. Das Beste an der Zimtschnecke: Sie schmeckt nicht nur in Cafés fantastisch, sondern lässt sich auch wunderbar nachbacken. Ein bisschen Norwegen für zu Hause quasi. Ich habe mein Rezept der Bergener Skillingsboller aufgeschrieben und wünsche viel Spaß beim Nachbacken.
Wer Norwegen kulinarisch wirklich verstehen möchte, sollte mehr probieren als nur Lachs im Restaurant.
Eine richtig gute Möglichkeit dafür ist die „A Taste of Bergen Food Tour“. Dort entdeckt man lokale Spezialitäten, lernt die Geschichte hinter den Gerichten kennen und bekommt gleichzeitig einen spannenden Einblick in die moderne norwegische Esskultur. https://www.ilovebergen.net/a-taste-of-bergen-food-tour/
Denn genau das macht norwegisches Essen eigentlich aus: Die Mischung aus Tradition, Gemütlichkeit und überraschend modernen Einflüssen.
Oder anders gesagt: Norwegen schmeckt ganz anders, als man denkt.

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